Schriftliche Addition und Subtraktion: den Übertrag erklären
Schriftlich rechnen heißt, Stelle für Stelle zu rechnen und immer bei den Einern, also rechts, zu beginnen. Schriftliche Addition und Subtraktion lernen Kinder in Deutschland meist in der 3. Klasse, das schriftliche Multiplizieren mit einer einstelligen Zahl je nach Bundesland Ende der 3. oder in der 4. Klasse. So erklären Sie die Verfahren und vermeiden die typischen Fehler.

Stellengerecht untereinander schreiben
Viele Fehler entstehen schon beim Aufschreiben. Einer stehen unter Einern, Zehner unter Zehnern. Bei 245 + 38 steht die 8 unter der 5, nicht unter der 2.
Kariertes Papier hilft: eine Ziffer pro Kästchen. In den ersten Wochen können Sie über die Spalten H, Z, E (Hunderter, Zehner, Einer) schreiben.
Schriftliche Addition mit Übertrag
Begonnen wird bei den Einern. Bei 47 + 36: 7 + 6 = 13. Man schreibt 3 hin und überträgt 1 Zehner, den man klein unter die Zehnerspalte schreibt. Dann 4 + 3 + 1 = 8. Ergebnis: 83.
Der Übertrag ist keine Zauberziffer: Es sind 10 Einer, die in 1 Zehner umgetauscht werden. Zeigen Sie es mit Zehnerstangen und Einerwürfeln, dann versteht Ihr Kind, warum 13 nicht in eine einzige Spalte passt.
Schriftliche Subtraktion: Entbündeln oder Ergänzen
Bei 52 − 27 geht 2 − 7 an der Einerstelle nicht. Beim Abziehen mit Entbündeln nimmt man einen der 5 Zehner und tauscht ihn in 10 Einer: Es bleiben 4 Zehner, und die Einer werden 12. 12 − 7 = 5, dann 4 − 2 = 2. Ergebnis: 25.
Viele Schulen lehren stattdessen das Ergänzungsverfahren: „Von 7 bis 12 sind es 5, schreibe 5, Übertrag 1.“ Beide Wege führen zum gleichen Ergebnis. Fragen Sie die Lehrkraft, welches Verfahren in der Klasse verwendet wird, und bleiben Sie zu Hause dabei.
Der häufigste Fehler: immer die kleinere Ziffer von der größeren abziehen, egal wo sie steht („2 − 7 geht nicht, also 7 − 2 = 5“). Erinnern Sie daran: Gerechnet wird immer oben minus unten.
Die Falle mit der Null in der Mitte
305 − 87 bringt fast jedes Kind ins Stolpern. An der Einerstelle geht 5 − 7 nicht, doch an der Zehnerstelle steht eine 0: Es gibt keinen Zehner zum Entbündeln. Man muss zuerst einen Hunderter entbündeln: 3 Hunderter werden zu 2, die 0 Zehner werden zu 10, und davon nimmt man 1 Zehner für die Einer.
Üben Sie diesen Fall gesondert und langsam, am besten mit Material (Hunderterplatte, Zehnerstangen). Ist er einmal verstanden, verliert er seinen Schrecken.
Die Probe und das schriftliche Multiplizieren
Bringen Sie Ihrem Kind die Probe bei: Eine Subtraktion prüft man mit einer Addition (218 + 87 = 305). Ein Überschlag hilft ebenfalls: 305 − 87 ist ungefähr 300 − 90, also etwas mehr als 200.
Das schriftliche Multiplizieren mit einer einstelligen Zahl folgt derselben Logik: 46 · 3, zuerst 6 · 3 = 18, schreibe 8, Übertrag 1, dann 4 · 3 + 1 = 13. Ergebnis: 138. Dafür muss das Einmaleins sicher sitzen.
So übt es Lalo Academy
Das Rechnen-Spiel von Lalo Academy übt schriftliche Addition und Subtraktion mit zwei- und dreistelligen Zahlen, mit und ohne Übertrag (auch mit der Null in der Mitte), schriftliches Multiplizieren mit einer einstelligen Zahl und Teilen mit Rest. Die Ziffern werden von rechts eingetippt, Einer zuerst, genau wie beim schriftlichen Rechnen auf Papier.
Ein Knopf erklärt jede Spalte Schritt für Schritt, samt Übertrag, und füllt die Kästchen aus; danach kommt die gleiche Art Aufgabe gleich noch einmal, damit Ihr Kind sie allein löst. Fehler werden immer freundlich korrigiert, eine Übungsrunde dauert 5 bis 10 Minuten.
FAQ
In welcher Klasse lernt man schriftliches Rechnen?
Schriftliche Addition und Subtraktion stehen meist in der 3. Klasse auf dem Lehrplan, die schriftliche Multiplikation Ende der 3. oder in der 4. Klasse, die schriftliche Division in der 4. Klasse.
Mein Kind vergisst immer den Übertrag. Was hilft?
Lassen Sie den Übertrag jedes Mal klein und farbig in die nächste Spalte schreiben und laut mitsprechen: „13, schreibe 3, Übertrag 1.“
Entbündeln oder Ergänzen: Was ist besser?
Beide Verfahren sind richtig. Wichtig ist, das Verfahren der Schule zu verwenden, damit Ihr Kind nicht zwei Wege durcheinanderbringt.
Wie macht man die Probe bei einer Minusaufgabe?
Man addiert das Ergebnis und die abgezogene Zahl, dann muss die Ausgangszahl herauskommen. Beispiel: 25 + 27 = 52 bestätigt 52 − 27 = 25.